Briefe gegen die Einsamkeit

Text: Dr. Claudia Nitschke / Brüder-Grimm-Schule

Gerade noch rechtzeitig machten sich in der letzten Schulstunde vor dem Lockdown sechs Schülerinnen und Schüler der Klasse G7a, begleitet von Klassenlehrerin Frau Cassel-Cordes, auf den kurzen Weg zum AWO-Wohnheim in der Döhlestraße. Nach der Weihnachtsbaum-Aktion mit dem AWO-Quartier „Alte Brauerei“ in der Cyriakusstraße wollten sie den Senior*innen in der Döhlestraße ganz besondere Weihnachtsgeschenke überreichen.

Im Deutschunterricht hatte die G7a bei Frau Cassel-Cordes und die G7b von Frau Rittenbach bei Frau Groß „Briefe gegen die Einsamkeit“ verfasst. Entstanden waren fast 40, in Schönschrift verfasste Weihnachtsbotschaften in aufwändig verzierten Umschlägen, die sie nun zum Wohnheim brachten. Ein paar Täfelchen Schokolade legten sie dazu.

Als Klassensprecher waren Luca Jagla und Jana Thalia Quade mitgekommen. Zu der kleinen Abordnung zählten auch Pelee Hoßbach und Philipp Bausch. „Ich bin mir sicher, dass sich meine Großeltern, die auch hier wohnen, über unsere Weihnachtsbriefe freuen werden,“ meint Bjarne Sennhenn, und Lilly-Sophia Hering findet es sehr schade, dass ihr Spielmannszug dieses Jahr kein Konzert im Wohnheim geben kann. 

Natürlich durften sie das Wohnheim nicht betreten – das hätte sie auch gewundert –, doch wurden ihre zwei großen Umschläge dankbar in Empfang genommen. „Die Weihnachtsgrüße werden wir,“ so Quartiersmanagerin Alisa Weinert, „den Bewohner*innen an Weihnachten vorlesen.“ Die Kinder hoffen, dass den Senior*innen die Briefe in den Stunden, die durch den Lockdown sicher noch schwerer werden, ein kleiner Trost sind.

Wir sind in Gedanken bei all denen, die Weihnachten allein feiern müssen, und wünschen trotz Corona ein gesegnetes Fest und ein gesundes Neues Jahr!

Dr. Claudia Nitschke


Bewohnerinnen nähen Stoffmasken für Mund und Nase

Die Mitarbeiterinnen tragen die selbstgenähten Stoffmasken, um sich und die Bewohnerinnen zu schützen