Seit November 2024 leitet Alexander Behnke das AWO Altenzentrum Lohra und Gladenbach und verantwortet auch die Tagespflege in Lohra. Im Gespräch erzählt er, was ihm für seine Gäste und Bewohner*innen wichtig ist und wie er gemeinsam mit seinem Team täglich eine wertschätzende, zugewandte Atmosphäre schafft.
Herr Behnke, was motiviert Sie jeden Morgen, Ihre verantwortungsvolle Aufgabe anzugehen?
A. Behnke: Mich motiviert jeden Morgen die Gewissheit, dass ich einen echten Unterschied im Alltag von Menschen machen kann. Es geht nicht nur um Organisation oder Verantwortung – es geht darum, Lebensqualität zu schaffen, Nähe zu ermöglichen und sowohl unseren Gästen als auch ihren Angehörigen ein gutes Gefühl zu geben. Dieses Vertrauen, das uns entgegengebracht wird, ist für mich Antrieb und Verpflichtung zugleich.
Gibt es ein Erlebnis, das Sie besonders berührt hat?
A. Behnke: Es sind oft die kleinen Momente, die bleiben: ein Lächeln, ein ehrliches Danke oder wenn Angehörige spürbar aufatmen. Genau diese Augenblicke erinnern mich daran, wie wichtig unsere Arbeit wirklich ist.
Was ist Ihnen im Umgang mit den Gästen wichtig?
A. Behnke: „Mir ist wichtig, jedem Gast auf Augenhöhe zu begegnen – mit Respekt, Geduld und echtem Interesse an seiner Persönlichkeit. In der Tagespflege geht es für mich darum, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich Menschen sicher, gesehen und wohlfühlen. Jeder soll seinen Platz haben, so sein dürfen, wie er ist, und den Tag mit Freude und Würde erleben.“
Wie gestalten Sie gemeinsam mit Ihrem Team einen Tag in der Tagespflege?
A. Behnke: „Ein klar strukturierter Tagesablauf gibt unseren Gästen Sicherheit und Orientierung – das ist für uns die Basis. Deshalb beginnen wir den Tag gemeinsam, gestalten feste Zeiten für Mahlzeiten, Aktivierungen und Ruhephasen und schaffen so einen verlässlichen Rahmen. Innerhalb dieser Struktur ist uns aber besonders wichtig, individuell auf jeden Gast einzugehen. Das heißt: Wir bieten vielfältige Beschäftigungen an – von gemeinschaftlichen Aktivitäten bis hin zu gezielten Einzelangeboten – und richten uns dabei nach den Interessen, Fähigkeiten und der Tagesform jedes Einzelnen. So entsteht ein Tagesablauf, der sowohl Halt gibt als auch persönliche Freiräume lässt.“
Wie gehen Sie auf unterschiedliche Bedürfnisse ein?
A. Behnke: „Unterschiedliche Bedürfnisse wahrzunehmen und darauf einzugehen, ist ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Wir nehmen uns Zeit, jeden Gast kennenzulernen – seine Lebensgeschichte, Gewohnheiten und das, was ihm guttut. Darauf bauen wir unsere Betreuung auf. Das bedeutet ganz konkret: Wir passen unsere Angebote flexibel an die individuellen Fähigkeiten, Interessen und auch an die Tagesform an. Manche brauchen mehr Ruhe und Rückzug, andere wünschen sich Aktivität und Gemeinschaft. Unser Ziel ist es, jedem genau das zu geben, was er in dem Moment braucht – mit viel Einfühlungsvermögen und Respekt.“
Worauf legen Sie besonderen Wert, wenn es um Pflegequalität und Sicherheit geht – sowohl tagsüber als auch in der stationären Betreuung?
A. Behnke: „Bei Pflegequalität und Sicherheit geht es für mich vor allem um Verlässlichkeit, Fachkompetenz und ein gut abgestimmtes Team. Wir arbeiten nach klaren Standards und Strukturen, um jederzeit eine sichere Versorgung zu gewährleisten – sowohl in der Tagespflege als auch in der stationären Betreuung. Gleichzeitig verlieren wir nie den Blick für den einzelnen Menschen: Pflege bedeutet für uns nicht nur fachgerechte Versorgung, sondern auch Würde, Vertrauen und ein gutes Gefühl im Alltag. Regelmäßige Schulungen, offene Kommunikation im Team und ein wachsames Auge für Veränderungen sind dabei für mich entscheidend. Dies alles unter dem Rahmen der Herzlichkeit“
Angehörige wünschen sich Klarheit und Verlässlichkeit. Wie binden Sie diese in die Betreuung ein?
A. Behnke: „Angehörige sind für uns ein wichtiger Teil unserer Gemeinschaft. Wir nehmen uns bewusst Zeit für den Austausch, hören zu und machen unsere Arbeit transparent. Uns ist wichtig, dass Angehörige spüren: Ihre Sorgen werden ernst genommen, und sie sind mit ihren Fragen nicht allein.“
Was raten Sie Familien, die über Tagespflege nachdenken?
A.Behnke: „Ich rate Familien, sich die Tagespflege einfach einmal ganz unverbindlich anzuschauen und sich selbst ein Bild zu machen. Oft sind es Sorgen oder Unsicherheiten, die sich schnell auflösen, wenn man erlebt, wie viel Lebensqualität und Entlastung Tagespflege bringen kann. Es ist kein Schritt des Loslassens, sondern ein Schritt hin zu mehr Unterstützung – für den eigenen Angehörigen und auch für sich selbst. Wichtig ist, ein gutes Gefühl zu haben und zu merken: Hier passt es für uns.“
Herr Behnke, vielen Dank für das Gespräch!
Kontakt:
Alexander Behnke (Einrichtungsleitung), Telefon: 06462 /9373-10, E-Mail: alexander.behnke@awo-nordhessen.de
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