Frau Erb, Sie arbeiten im Altenzentrum Eichenzell. Wie hat Ihr beruflicher Weg in der Pflege begonnen?
Sabine Erb: Ursprünglich bin ich gelernte Hauswirtschafterin. Während eines Praktikums im Pflegebereich habe ich damals gemerkt, wie erfüllend die Arbeit mit älteren Menschen für mich ist. Die Begegnungen, die Nähe und vor allem das Gefühl, dass man etwas Sinnvolles tut – das hat mich nicht mehr losgelassen. Also habe ich mich entschieden, den Schritt in die Pflege zu gehen. In Eichenzell arbeite ich jetzt seit genau zehn Jahren.
Wie ging es nach dem Einstieg in die Pflege weiter?
Sabine Erb: Ich habe die Ausbildung zur Pflegefachfrau abgeschlossen und zunächst als stellvertretende Wohnbereichsleitung gearbeitet. Seit 2025 bin ich stellvertretende Pflegedienstleitung. Mit der Zeit hat sich für mich immer deutlicher gezeigt, dass mir die Anleitung und Begleitung junger Menschen besonders liegt. Deshalb habe ich die Qualifikation zur Praxisanleitung gemacht.
Was macht Ihnen an der Praxisanleitung besonders Freude?
Sabine Erb: Unsere Auszubildenden bringen einen frischen Blick, Neugier und oft auch Mut mit – das tut einem Team gut. Ich begleite sie dabei, ihr Wissen in der Praxis anzuwenden und Selbstvertrauen zu entwickeln.
Sie sagten vorhin „Menschen geben viel zurück.“ Was bedeutet das für Sie persönlich?
Sabine Erb: Unsere Seniorinnen und Senioren spüren sehr genau, wie es uns geht – das beeindruckt mich immer wieder. Sie nehmen Anteil, zeigen Interesse und schenken Vertrauen. Auf der anderen Seite freue ich mich mit ihnen, wenn sie Fortschritte machen und zum Beispiel nach längerer Zeit wieder alleine ein paar Schritte gehen können. Auf den ersten Blick scheint das eine Kleinigkeit – aber für den Betreffenden ist es ein wichtiger Erfolg. Durch die lange Zeit, die wir miteinander verbringen, entsteht eine Vertrautheit. Diese Beziehungen tragen einen durch herausfordernde Tage.
Sie betreuen Auszubildende in einem Beruf, der viel Verantwortung mit sich bringt. Was sollten junge Menschen über die Pflegeausbildung wissen?
Sabine Erb: Die generalistische Pflegeausbildung ist sehr vielseitig. Sie dauert drei Jahre und verbindet theoretisches Wissen mit praktischen Einsätzen in verschiedenen Bereichen – zum Beispiel in der stationären Langzeitpflege, im Krankenhaus oder in der ambulanten Pflege. Die Azubis lernen medizinische Grundlagen, pflegerische Techniken, Kommunikation, Dokumentation und vieles mehr. Das Schöne ist: Jede und jeder kann eigene Stärken einbringen – ob im zwischenmenschlichen Kontakt, in der Organisation oder im medizinischen Bereich. Und am Ende steht ein Beruf, der wirklich gebraucht wird und viele Entwicklungsmöglichkeiten bietet.
Was bedeutet Ihnen Ihre Arbeit hier im Haus?
Sabine Erb: Sehr viel. Ich kenne viele unserer Bewohnerinnen und Bewohner seit langer Zeit und bin ihnen verbunden. Gleichzeitig erlebe ich täglich, wie unsere Auszubildenden wachsen und ihren eigenen Weg in der Pflege finden. Beides zusammen macht meine Arbeit besonders.