Letzte Woche wurde in Kassel eine Weltkriegsbombe entschärft und das Käthe Richter Haus lag im möglichen Gefahrenbereich. Zunächst stand im Raum, dass alle evakuiert werden müssen. Also wurden Klamotten gepackt, Medikamente sortiert, wichtige Unterlagen zusammengestellt – alles vorbereitet für den Fall der Fälle. Schließlich kam die Entscheidung: wir bleiben im Haus, aber alle Bewohner:innen müssen auf die sichere Gebäudeseite gebracht werden, weil auf der anderen Seite die Scheiben hätten bersten können. Was dann passiert ist, war Teamarbeit pur. Mitarbeitende aus allen Bereichen sind gekommen, haben angepackt, beruhigt, getragen, erklärt, organisiert – jede/r da wo gerade jemand gebraucht wurde.
Gegen 1 Uhr nachts gab es endlich Entwarnung. Die Bewohner konnten zurück in ihre Zimmer. Und klar: am nächsten Morgen waren alle ziemlich platt – Bewohner wie Mitarbeitende. Aber wir haben es gemeinsam geschafft. Als Dankeschön gab es heute 7 große Familienpizzen für alle fleißigen Helfer.
„Einfach losgelaufen“
Praxisanleiter Dennis Gräßler erfuhr zufällig aus den Medien vom Bombenfund. Weil er keine genauen Infos bekam, hat er nicht lange gefackelt: er mietete sich kurzerhand einen E-Scooter und machte sich auf den Weg. Blöd nur: der Akku verabschiedete sich direkt vor der AWO-Geschäftsstelle in der Wilhelmshöher Allee. Also hieß es zu Fuß weiter, einmal quer durchs Auefeld. Aber er kam an und unterstützte die Bewohnerinnen bis tief in der Nacht bis die Entwarnung da war. Manchmal zeigt sich Teamgeist darin, dass jemand einfach losläuft.
„Gemeinsam geht’s leichter“
Mechtild von Stockhausen war schon im Schlafanzug, als die Nachricht kam, dass vielleicht eine Evakuierung nötig wird. Also schnell in den Bademantel – und den Sohn informieren. Der war kurz darauf vor Ort. Und statt nur seiner Mutter zur Seite zu stehen, half er ganz selbstverständlich überall dort mit, wo Unterstützung gebraucht wurde – ruhig, zugewandt, mitten im Gewusel. Ein schöner Moment, der zeigt: An diesem Abend haben nicht nur Mitarbeitende zusammengehalten, sondern auch Angehörige. Ein echtes Wir-Gefühl.
„Vom Winterzauber direkt ins Einsatzteam“
Einrichtungsleiterin Manuela Jackenkroll war zufällig gerade mit dem Leitungsteam des Käthe Richter Hauses über den Winterzauber geschlendert, als der Anruf der Polizei kam. Alle fuhren sofort hin und dort hieß es dann warten, koordinieren, entscheiden … lange war unklar, ob evakuiert werden muss oder nicht. Was an diesem Abend passierte, hat sie tief beeindruckt. Alle Mitarbeiter sind ohne zu zögern geblieben, viele kamen aus der Freizeit, um zu helfen. Die Unterstützung war überwältigend. Und trotz des ernsten Hintergrunds wurde es ein Abend, der gezeigt hat, wie stark ein Team sein kann. Fr. Jackenkroll sagt an dieser Stelle: Danke! Von Herzen! An alle, die da waren, mitgedacht haben, geholfen haben. Ohne euch wäre dieser Abend anders verlaufen.