|
|
25. August 2010
|
||
| Sie befinden sich hier: Presse > Pressemitteilungen > Schröders Vorschlag richtig, aber unzureichend |
|
|||
|
Schröders Vorschlag richtig, aber unzureichendDie Intension des jüngsten Vorschlags von Bundesfamilienministerin Christina Schröder (CDU) zur Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Pflege ist nach Ansicht des Geschäftsführers der AWO Nordhessen, Michael Schmidt, grundsätzlich richtig. „Die Versorgung einer wachsenden Anzahl von Pflegebedürftigen wird auf Dauer nicht allein durch Pflegeheime sichergestellt werden können. Wir brauchen den Ausbau der ambulanten Pflege. Angehörige, die pflegen wollen und können, müssen unterstützt werden“, so der Geschäftsführer. (Die Familienministerin will einen Rechtsanspruch schaffen, damit sich Beschäftigte besser um kranke Angehörige kümmern können. Wer deshalb zwei Jahre lang nur halbtags arbeitet, soll trotzdem 75 Prozent seines Gehaltes weiterbeziehen.) So richtig der Ansatz auch sei, allein mit Ausweitung der Pflegezeit für Berufstätige sei es nicht getan, so der AWO-Geschäftsführer. Die zeitliche Begrenzung von zwei Jahren decke nur einen Bruchteil des Bedarfs ab. Die durchschnittliche Pflegedauer, so Schmidts Hinweis, betrage mehr als acht Jahre; bleibe ein rechnerisches Defizit von sechs Jahren. Hinzu komme, dass familiäres Engagement professionelle Pflege nicht ersetzen könne. Die Fähigkeit, Menschen pflegen zu wollen und zu können, sei nicht angeboren. Guter Wille reiche da nicht aus, es brauche Befähigung, koste viel körperliche und seelische Kraft. Unterstützungsangebote zur seelischen Stabilität der pflegenden Angehörigen fehlten aber schon jetzt. Hinzu komme, dass nicht alle Pflegebedürftigen ihren Familien die Belastung einer Pflege aufbürden wollen. Angesicht von 1,5 Millionen Menschen, die zurzeit zu Hause gepflegt werden – eine Million von ihnen ausschließlich durch Angehörige –, werde überdeutlich, dass Deutschland um den Ausbau der professionellen ambulanten Pflege nicht herumkomme. Das bedeute zwingend, eine höhere finanzielle Ausstattung der Pflegekasse. Es helfe nicht, davor die Augen zu verschließen, so der AWO-Geschäftsführer. Kassel, 05. März 2010 |